BlickLenaFlussBergeweb

Der zweite Tag auf Reunion startete mit einem wolkenverhangenem Talkessel von Salazie. Deshalb entschlossen wir uns etwas außerhalb zu fahren, um nach besserem Wetter zu suchen. So fuhren wir zum größten Bergsee der Insel. Dem Grand Etang. Der See hat eine Fläche von 900 x 500 Metern und liegt eingebettet zwischen bewachsenen Bergen malerisch und ruhig auf einer recht grünen Ebene. Wir packten unsere Rucksäcke und wanderten gegen den Uhrzeigersinn um den See. Unser Ziel waren die Cascades du Bras d’Annette, vier schmale, etwa 300 Meter hohe Wasserfälle. Dort angekommen erwartete uns noch eine Flussdurchquerung und eine Geocache-Suche (die mit Erfolg abgeschlossen wurde).

GrandEtang

Auf dem Rückweg fuhren wir noch zum Bassain du Paix. Nach einer kurzen Fahrt durch Zuckerrohrfelder mussten wir das Auto stehen lassen und etwa 200 Meter ziemlich schmale, nasse und rutschige Stufen hinunter zu einem Wasserfall-Becken hinuntersteigen. Der tosende Wasserfall war sehr beeindruckend, und hätte es nicht angefangen zu regnen hätte man gut in dem großen Bassin baden gehen können.

BassinPaix

Deshalb ging es dann leider auch wieder zurück zu unserer Unterkunft in den Cirque de Salazie. Da wir an diesem Abend einen Table d’hote – ein gemütliches Abendessen mit den Gastgebern – vereinbart haben, mussten wir pünktlich sein. So ein Table d’hote ist eine super Gelegenheit mit den Familien über sämtliche Themen zu sprechen, viele Fragen zu stellen und viel von der einheimischen Mentalität zu erfahren. Dieses Abendessen kostete in der Unterkunft 20€ pro Person, inkl. Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Dieser Preis ist für Reunion durchaus günstig, denn eine Hauptspeise in einem Restaurant kostet hier schon um die 18-23€. Das macht das Abendessen dann schnell kostspielig.

Um allerdings den Geldbeutel zumindest mittags zu schonen, kann man sich in den Städtchen oder teilweise auch in den Dörfern an kleinen Snack-Bars mit Sandwiches versorgen. Diese kosten ca. 4€ und sind auch super lecker.

Am folgenden Tag fuhren wir zum Bassin Boeuf in der Nähe von St. Suzanne. Hier reihen sich gleich vier Wasserfall-Becken aneinander. Nach einem etwas abenteuerlichen Abstieg konnten wir dann bei Sonnenschein direkt an einem 20 Meter breiten Wasserfall in das Becken springen und unter dem Wasserfall duschen. Natur pur, ganz für uns allein, denn wie an so vielen Orten bislang, sind hier sehr wenige andere Besucher und man kann die Schönheit der Insel komplett ungestört genießen.

BassinBoeuf
Auf dem Rückweg fuhren wir noch zu einer Vanille-Farm, der Vanillairie ebenfalls in der Nähe von St. Suzanne. Auf einem alten Gutsherren-Anwesen inmitten von Zuckerrohr und am Ende einer Palmenallee wurde uns erklärt wie auf traditionelle Art die Vanille angebaut, geerntet und getrocknet wird – und worauf man beim Kauf auf den Märkten achten sollte. Wir kauften allerdings direkt vor Ort einige Schoten echter Reunion-Bourbon Vanille, denn woanders kann man sich nie sicher sein, woher die Vanille wirklich stammt. Reunion produziert im Jahr etwa 2 Tonnen Vanille, die Nachbarinsel Madagaskar allerdings 2.000 Tonnen. Bei dieser Massenherstellung kann man sich denken, dass die Qualität natürlich extrem leidet.

Nach diesen erlebnisreichen Tagen wechselten wir dann zum ersten Mal unsere Unterkunft und fuhren an die Südküste in das kleine Dorf St. Joseph. Da die Küstenstraße N2, die einmal rund um die Insel führt, leider derzeit im Süden wegen des Vulkanausbruchs und Lavaströmen gesperrt ist, fuhren wir quer durch die Plaine des Palmistes. Dies ist das Hochplateau in der südlichen Mitte der Insel und verspricht eine recht anstrengende Fahrt mit gefühlten 1.000 Kurven, Spitzkehren, Bergen und Tälern.

Eigentlich hatten wir für diesen Tag noch einen Abstecher zum Vulkan geplant, da die kurvenreichen Bergstraßen aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch nahmen, als vorab gedacht, kamen wir erst bei Dämmerung in unserer Unterkunft La Plantation an. In dem kleinen, wunderschön gelegenen Gästehaus mit schickem Infinity-Pool und niedlichen Zimmern, hat man einen traumhaften Blick über die Küste von St. Joseph. Von hier aus wollen wir auf jedenfall den aktiven Vulkan besuchen und freuen uns schon auf dieses einmalige Naturereignis.


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