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Nachdem wir die letzten zwei Tage mit Wanderungen verbracht hatten, gönnten wir uns einen Tag Ruhe und erkundeten das Örtchen Cilaos, ließen uns den Linsenanbau sowie die Weinstöcke am nördlichen Rand der Stadt zeigen. Da der Besitzer des Hotels, Herr Dijoux, unter anderem Präsident der Linsen-Anbauvereinigung und des Winzerverbandes des Stadt ist, zeigte er uns persönlich die kleinen aber feinen Anbaugebiete. Und so nahmen wir am Abend auch an einer Weinverkostung im Keller des Hotels mit Herrn Dijoux teil. Der leidenschaftliche Weinliebhaber zeigte uns die drei selbst von ihm kreierten Sorten Wein, die es nur in Cilaos gibt, sowie noch vier andere Weine, die allerdings nach europäischem Recht nicht verkäuflich sind, und deshalb auch ausschließlich in der Stadt getrunken werden… bei nur einer Zufahrtsstraße und zwei einspurigen Tunneln, lässt sich die recht spärlich kontrollierende, ebenfalls weinliebende, Gendarmerie ganz gut bei Laune halten ;). Die Weinprobe war wirklich lustig und auch wenn Herr Dijoux nur wenige Worte Deutsch wie „nicht erlaubt“, „verboten“ oder „Riesling“ konnte, verstanden und amüsierten wir uns herzlich. Mit jedem Glas von dem bis zu 18%tigen Wein mehr und mehr 😉

Weinprobe Tsilaosa

Am nächsten Tag stand dann allerdings der Aufstieg auf den höchsten Berg der Insel auf dem Programm, dem Piton des Neiges. Da in unseren Wanderführern eine Gehzeit von etwa 4 Stunden veranschlagt wurde, starteten wir am späten Morgen zum Startpunkt, packten unsere Tagesrucksäcke mit Schlafsäcken, viel Wasser und Essen und marschierten los. Anfangs noch bei etwas bewölktem Himmel, weiter oben dann im Nebel und Regen. Die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, nur noch einen Schritt vor den anderen setzend bestiegen wir den recht eintönigen Weg mit gefühlten 10.000 Stufen. Der langweiligste Berg-Aufstieg den wir je unternommen haben. Über 1000 Höhenmeter trotteten wir so durch die Nässe und kamen nachmittags endlich an der Schutzhütte auf 2450 Metern an. Allerdings schienen wir so gut wie die letzten gewesen zu sein, die losgegangen sind, denn obwohl uns niemand überholt hatte, waren schon ca. 25 französisch sprechende Wanderer ebenfalls in der Hütte und wärmten sich auf.

Wir bezogen erst einmal unsere zwei Stockbetten und zogen uns gemütliche und warme Klamotten an. Anschließend dachten wir es gäbe ein kleines Abendessen, allerdings leider nicht für Vegetarier, denn es gab nur die Wahl zwischen Hühner oder Thunfisch Suppe. Naja, so sparten wir uns immerhin die 19 Euro pro Person und aßen unsere mühsam mitgeschleppten Vorräte.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen und nach einer kurzen aber unerwarteterweise sehr erholsamen Nacht, rauf auf den Gipfel. Um ca. 4 Uhr waren unsere Rucksäcke wieder gepackt und wir liefen im Licht unserer Stirnlampen über die Lavafelder etwa 2 Stunden zum Gipfel des Piton des Neiges.

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Der Weg war recht einfach, angenehm zum Gehen und nicht mehr so steil wie am Vortag. Pünktlich zum Sonnenaufgang kamen wir dann auch oben am Gipfel an und konnten das Panorama bewundern. Die komplette Insel lag uns zu Füßen. In die eine Richtung sah man den Talkessel und die Stadt Cilaos, in die andere Richtung ein aufziehendes Wolkenmeer, den Ozean und die Küste. Als es noch dämmrig war sogar den ausbrechenden Piton de la Fournaise am anderen Ende der Insel. Das einzig hässliche auf dem Gipfel war das Schild  „Piton des Neiges 3070m“ in Comic Sans geschrieben…

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Dann machten wir uns auf den Weg die 1700 Höhenmeter wieder herunter zu gehen. Sehr spannende Angelegenheit…Der Weg bis zu Hütte bot noch etwas Abwechslung mit exotischer Vegetation, Lavabrocken und einer guten Aussicht, nach der Hütte und einem kleinen Frühstück ging es dann aber wieder den steilen und monotonen Weg vom Vortag zurück. Und so waren wir froh mittags wieder an unserem Auto angekommen zu sein. Höchster Berg im Indischen Ozean – Check. Nächste Station: Entspannend am Strand im besten Hotel der Insel! Yehu!


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